Ben Hanebuth: Ein Profisieg – dann wird die öffentliche Spur dünn

Ben Hanebuth ist der Sohn von Frank Hanebuth und ein deutscher Schwergewichtsboxer, der am 31. August 2019 in Hannover sein Profidebüt gewann. Bemerkenswert ist vor allem, was danach geschah: BoxRec führt ihn auch im September 2026 mit genau einem Profikampf, einem Sieg und dem Status „inactive“. Wer nach Ben Hanebuth sucht, findet deshalb keine lange Sportkarriere, sondern eine kurze, gut dokumentierte Ringepisode – und spätere Namensspuren, bei denen eine saubere Trennung zwischen belegten Fakten und möglichen Zuordnungen wichtig ist.

FaktÖffentlich belegt
NameBen Hanebuth
Bekannt alsSohn von Frank Hanebuth; Profiboxer
Geburtsdatumöffentlich nicht verlässlich dokumentiert
Alter18 Jahre im August 2019
Ausbildung 2019Fachabiturient, Fachrichtung Wirtschaft
GewichtsklasseSchwergewicht
Profidebüt31. August 2019 in Hannover
Profibilanz1 Sieg, 0 Niederlagen, 0 Unentschieden
VaterFrank Hanebuth
Heutiger Berufnicht eindeutig öffentlich bestätigt

Wer ist Ben Hanebuth?

Die öffentliche Berichterstattung über Ben Hanebuth setzte vor allem im Sommer 2019 ein. BILD beschrieb ihn damals als 18-jährigen Sohn von Frank Hanebuth, 1,90 Meter groß und 109 Kilogramm schwer. Gleichzeitig machte der Bericht einen Punkt deutlich, der rückblickend für die Einordnung seiner Boxkarriere entscheidend ist: Hanebuth hatte vor seinem Profidebüt nach damaligen Angaben erst einen einzigen Kampf bestritten – und dieser war unentschieden ausgegangen.

Beruflich beziehungsweise schulisch stand er zu diesem Zeitpunkt noch am Anfang. Der Bericht bezeichnete ihn als Fachabiturienten mit Schwerpunkt Wirtschaft. Trainiert wurde er von Reza Zahirinasab im Power House Box Gym am Steintor in Hannover.

Damit lässt sich Ben Hanebuth wesentlich genauer beschreiben als mit der oft verwendeten Formel „Sohn von Frank Hanebuth“: 2019 war er ein sehr junger Schwergewichtler mit wenig dokumentierter Kampferfahrung, der unmittelbar vor einem öffentlich beworbenen Profidebüt stand.

Der 31. August 2019: Das Profidebüt in Hannover

Das Debüt fand bei der ersten Power FC Fight Night in der damaligen Swiss Life Hall in Hannover statt. Die Neue Presse kündigte Ben Hanebuth ausdrücklich als „Box-Profi-Debütant“ an. Sein Gegner war der Ungar György Kutasi.

Hanebuth gewann. BoxRec dokumentiert den Kampf als Sieg und führt für seine gesamte Profikarriere zwei geboxten Runden sowie einen K.-o.-Erfolg. In der Datenbank ist für Kutasi zum Zeitpunkt dieses Kampfes eine Bilanz von 4 Siegen und 12 Niederlagen angegeben.

Das ist zugleich die wichtigste Korrektur gegenüber Formulierungen, die Hanebuth pauschal als länger aktiven „Profiboxer“ erscheinen lassen könnten. Zwar gewann er einen offiziell erfassten Profikampf, doch ein zweiter Profikampf ist bei BoxRec nicht dokumentiert. Die Datenbank setzt seine aktive Profiphase auf 2019 bis 2019 und führt ihn heute als inaktiv. Das belegt keine formelle Rücktrittserklärung – nur, dass dort seit seinem Debüt kein weiterer Profikampf verzeichnet ist.

Warum der Name Frank Hanebuth die Geschichte von Anfang an prägte

Schon die damaligen Überschriften zeigen, dass das Interesse an Ben Hanebuth wesentlich mit seinem Vater zusammenhing. Frank Hanebuth wurde über Jahre als zentrale Figur der hannoverschen Rockerszene beziehungsweise der Hells Angels wahrgenommen und hatte selbst Boxerfahrung. Die Neue Presse stellte Bens Debüt entsprechend als Geschichte eines Sohnes dar, der sportlich in die Fußstapfen seines Vaters treten könnte.

Dass Ben tatsächlich Frank Hanebuths Sohn ist, war bereits vorher öffentlich dokumentiert. Bei Frank Hanebuths Hochzeit 2017 berichtete BILD über den damals 16-jährigen Ben und bezeichnete ihn ausdrücklich als Sohn „aus einer früheren Beziehung“. Daraus folgt zugleich: Die dort genannte Ehefrau Sarah ist nicht als Bens Mutter dokumentiert. Der Name seiner Mutter lässt sich aus den ausgewerteten zuverlässigen Quellen nicht seriös bestimmen.

Wichtig ist auch die Grenze dieser Familienverbindung: Aus der öffentlichen Biografie oder den Aktivitäten Frank Hanebuths lassen sich keine Aussagen über das Verhalten oder mögliche Zugehörigkeiten seines Sohnes ableiten. Für Ben selbst ist in den hier ausgewerteten Quellen vor allem das Boxdebüt belegt.

Eine mögliche Geschäftsspur: 0511 Records

Nach 2019 wird die Recherche komplizierter. In Unternehmensdaten findet sich ein Ben Hanebuth aus der Wedemark als Gesellschafter der 0511 Records UG in Hannover. Fusionbase nennt neben ihm Jan Witte als sichtbaren Gesellschafter; Geschäftsführer ist dort aktuell Toni Pohland. Unternehmenszweck sind unter anderem Musikproduktion und -vermarktung, Labelbetrieb, Künstlermanagement, Merchandising sowie Konzert- und Eventplanung.

Geografisch und vom ungewöhnlichen Namen her liegt die Vermutung nahe, dass es sich um denselben Ben Hanebuth handelt. Eine belastbare Quelle, die den Gesellschafter jedoch ausdrücklich mit dem Boxer und Frank Hanebuths Sohn gleichsetzt, fehlt in den öffentlich zugänglichen Unterlagen. Deshalb sollte diese Verbindung nicht als zweifelsfrei bestätigt dargestellt werden.

Das ist ein typisches Problem bei Personenrecherchen: Ein identischer Name und eine passende Region sind starke Indizien, ersetzen aber keinen eindeutigen Personenbeleg.

Und was hat Ben Hanebuth mit dem Nova Hannover zu tun?

Eine weitere Namensspur führt in die Gastronomie. In einem Beitrag aus dem Umfeld von Hannover Geht Aus! auf der Website der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung wird ein „Geschäftsführer Ben Hanebuth“ für das Restaurant- und Shisha-Konzept Nova in Hannovers Georgstraße zitiert. In demselben Beitrag kündigte Hanebuth außerdem Pläne für einen zweiten Standort in Dubai an.

Auch hier fehlt allerdings die entscheidende Brücke: Der Beitrag identifiziert diesen Geschäftsführer nicht als Sohn von Frank Hanebuth oder als den Boxer von 2019. Hinzu kommt, dass das heute abrufbare offizielle Impressum des Nova Hannover Halil Nasouf Ismail als Inhaber nennt. Eine aktuelle Funktion Ben Hanebuths geht daraus nicht hervor.

Seriös formuliert bleibt daher nur: Es existiert eine spätere Gastro-Veröffentlichung über einen Geschäftsführer dieses Namens. Dass es sich dabei um denselben Ben Hanebuth handelt, ist öffentlich bislang nicht eindeutig verifiziert. Ebenso sollte eine angekündigte Expansion nach Dubai nicht mit einer tatsächlich erfolgten Eröffnung verwechselt werden.

Alter, Partner, Kinder und Vermögen: Wo die belastbaren Angaben enden

Ein exaktes Geburtsdatum von Ben Hanebuth ist in den ausgewerteten verlässlichen Quellen nicht veröffentlicht. Sicher dokumentiert ist, dass er am 21. Juli 2017 mit 16 Jahren und im August 2019 mit 18 Jahren beschrieben wurde. Ein konkretes heutiges Alter ohne gesichertes Geburtsdatum anzugeben, würde eine Genauigkeit vortäuschen, die die Quellen nicht hergeben.

Ähnlich sieht es bei seinem Privatleben aus. Für eine Ehefrau, feste Partnerin, eigene Kinder oder Geschwister ließ sich keine belastbare öffentliche Bestätigung finden. Auch ein zweifelsfrei verifiziertes öffentliches Instagram-Profil, das sich sicher diesem Ben Hanebuth zuordnen lässt, ist nicht ausreichend dokumentiert.

Für kursierende Fragen nach einem „Vermögen“ fehlt ebenfalls eine seriöse Grundlage. Ein einzelner Profiboxkampf und mögliche Unternehmensverbindungen erlauben keine belastbare Vermögensschätzung.

Was ist über Ben Hanebuth heute wirklich bekannt?

Stand September 2026 ist der sportliche Teil seiner öffentlichen Vita klarer als alles, was danach kommt: Ben Hanebuth bestritt am 31. August 2019 einen registrierten Profiboxkampf und gewann ihn. BoxRec verzeichnet keinen weiteren Profikampf und führt ihn als inaktiv.

Gerade deshalb ist seine Geschichte ungewöhnlicher als eine klassische Prominentenbiografie. 2019 schien der Einstieg in eine Boxkarriere medienwirksam vorbereitet; sieben Jahre später besteht die dokumentierte Profibilanz weiterhin aus diesem einen Abend. Spätere Unternehmens- und Gastronomiespuren unter demselben Namen sind interessant, sollten aber so lange mit einem Vorbehalt versehen werden, bis eine Quelle sie eindeutig mit Frank Hanebuths Sohn verknüpft.

Quellen

siehe auch : Wolfram Becker: Vom Holzhandel zum Manager von Gerit Kling – und die Geschichte mit dem Boot